Krumbach auf dem „Stockerl“

GLP-Nachwuchs am Nürburgring nicht zu halten


Im Hochsommer laufen Eschweilers Motorsportler auf dem Nürburgring zur Hochform auf. Mit dem dritten Platz im Gesamtklassement des 44. ADAC Barbarossapreises untermauerte Jochen Krumbach seine hervorragende Form in der diesjährigen Langstreckenmeisterschaft, während bei den Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLP) René Göbbels mit Tina Stange und Dieter Grunenberg mit Inge Göbbels bei der Rhein-Sieg GLP mit den Plätzen sechs und sieben bei 138 Konkurrenten brillierten. Beide Teams starten auf weißen VW Golf-Tourenwagen und unter der Flagge des AC Eschweiler.

   

Erstmals in dieser Saison gingen die GLP-Fahrer bei strahlendem Hochsommerwetter mit Temperaturen von weit über 30 Grad an den Start. „Pro Runde waren wir gut zwei Minuten schneller als im Regen“, so René Göbbels. Die schnellere Taktzahl schlug sich natürlich auch im Spritkonsum des Golfs nieder. „Das hatten wir ein wenig unterschätzt und mit etwas Glück reichten die knappen Benzinvorräte dann doch“, freute sich Göbbels, der es mit Tina Stange an den Stoppuhren erstmals schaffte, seiner Mutter Inge auf dem Beifahrersitz von Dieter Grunenberg in der Wertung die Rücklichter zu zeigen. In der zweiten Hälfte der GLP machten die „Jungspunte“ Göbbels/Stange über zwei Sekunden Rückstand auf die Routiniers Grunenberg/Göbbels gut und holten sich mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung den sechsten Platz. Dass René und Tina damit auch die Nachwuchswertung für sich entschieden, soll nicht verschwiegen werden.


Im Zeittraining des VLN Barbarossapreises sicherte sich Jochen Krumbach im Manthey Racing Team bei abtrocknender Strecke die Pole-Position mit einer Zeit von 8:22,206 Minuten. Zusammen mit Timo Bernhard und dem jungen Franzosen Patrick Pilet teilte sich Jochen, der bereits auf zwei VLN-Siege in diesem Jahr zurückblicken kann, das Cockpit des Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 10.


Die Ehre des Startturns wurde - nach guter alter Manthey-Tradition - dem Nordschleifen-Neuling Pilet zuteil. Der wurde von Beginn an von Marc Hennerici (Mayen) im Timbuli-Porsche unter Druck gesetzt. Doch der Franzose blieb standhaft, und übergab den 911er in Führung liegend an den zweifachen Saisonsieger aus Eschweiler. Es folgte ein ebenso packendes Duell zwischen Jochen Krumbach und Marc Basseng im Audi R8 LMS, das in einer Kollision der beiden Fahrzeuge bei der Boxeneinfahrt gipfelte. „Ich hatte leichte Bremsprobleme, so dass ich den Manthey-Porsche am Heck touchiert habe - das war keine Absicht und tut mir sehr leid “, entschuldigte sich Basseng nach dem Rennen. Zwar klagte Timo Bernhard im finalen Stint über eine verzogene Spur am Manthey-Porsche, schnelle Rundenzeiten waren dennoch möglich. Im 20. Umlauf fuhr der Porsche-Werksfahrer mit 8:12,726 Minuten die schnellste Runde des Teams. In Führung liegend steuerte Bernhard wenige Runden vor Schluss die Box an und büßte beim Nachtanken die Spitzenposition ein. Die Audi-Mannschaft Frank Biela, Christian Hohenadel und Thomas Mutsch hatte sich durch einen vorgezogenen Boxenstopp aus allen Zweikämpfen herausgehalten und heimlich, still und leise einen kleinen Vorsprung herausgefahren. „Die Taktik war heute ein wichtiger Grundstein für unseren Erfolg“, resümierte Frank Biela. Mit Platz drei kletterte Jochen Krumbach damit in dieser Saison bereits zum vierten Mal aufs „Stockerl“ bei der Langstreckenmeisterschaft.


Foto und Text Udo Freialdenhofen

Eschweiler Motorsportler in Höchstform