Rückblick über das Cruiser-Jahr 2009

        

(10.01.2009)  Besuch der InterClassics


Das rostige Hobby hat seit einigen Jahren einen frühen Saisonauftakt in den benachbarten Niederlanden, genauer in der Maas-Metropole Maastricht. Die Messe „InterClassics“ hat sich gut entwickelt, ist aber weit vom Gigantismus der Veranstaltungen in Essen entfernt. Der Besuch der Oldtimermesse war gut verdau- und vertretbar in drei bis vier Stunden. Der erste Lake Bluestone Cruise 2009 führte am Samstag, 10. Januar 2009, zur InterClassics nach Maastricht.

        

(08.03.2009)  Rund um Maastricht


Mildes und trockenes Vorfrühlingswetter begrüßte die Teilnehmer des vierten Lake Bluestone Cruise auf dem Parkplatz Zum Blausteinsee. Mittlerweile hat sich im AC Eschweiler ein „harter“ Kern der Oldtimerwanderer etabliert, die hin und wieder schon mal auf neuwertige Karossen umsteigen. Wie bei Vera Jouhsen und Kalle Wipperfürth, deren Karman Ghia batterielos in der Garage bleiben musste, die dafür jedoch den prächtigen Hyundai Tucson an den Start brachten. Mit altem Blech unterwegs bei den  rund 200 Kilometern rund um Maastricht: Michael Gries im roten Opel Blitz, Heinz Scheuer in seiner wunderschönen Citroen Gangsterlimousine und Udo Freialdenhofen mit Ford Mustang. Ausgestattet mit Roadbook und Übersichtskarte cruisten die Teilnehmer vorbei am Flughafen Merzbrück, passierten den neuen und alten Tivoli sowie das Aachener Klinikum, ehe es hinter Vaals ab nach Belgien ging. Über schmale Landsträßchen schlängelte sich der Cruiser Tross des AC Eschweiler durch eine wundervolle hügelige Landschaft gespickt mit Herrenhäusern und Schlössern Richtung Visé, wo es zum ersten Mal über die Maas ging. Oft hatte man den Eindruck, gleich kommen hinter einer Baumgruppe die vier Musketiere im Galopp daher, auf dem Weg edle Jungfrauen zu befreien oder des Königs Schatz zu verteidigen: Mantel- und Degenfilm-Kulisse halt. Der Kaffee zur Mittagszeit wurde in einem Bistro am Marktplatz von Bilzen kredenzt, ehe die Route nach einigen Irrungen und Wirrungen durch atemberaubende Industriegebiete über Maasmechelen nach Berg führte, wo für 1,50 € pro Fahrzeug mit der traditionellen Fähre die Maas überquert wurde. Urmond, Geleen, Oirsbeck, Nuth, die verwunschenen Wege rund um Wijnandsrade und Schimmert, Valkenburg und Vaals markierten die sehenswerten Punkte auf der Rückschleife. An Burg Seffent vorbei rauschte der Tross letztendlich, bis der vierte Cruise im „Uferlos“ kulinarisch ausklang. Fazit: null Pannen, null Stress, viel Spaß und gute Laune. 


        

            (10.05.2009)  Auf den Spuren der Rallye Köln-Ahrweiler


Schmale Kreisstraßen durchziehen die Eifel rund um das weinseelige Flüsschen Ahr wie ein Spinnennetz. Auch ohne die Stoppuhr im Nacken wird die Fahrt durch die faszinierende Naturlandschaft zum Erlebnis: Einerseits sind die Steigungen und Abfahrten nicht von schlechten Eltern, andererseits explodiert zur Zeit die Natur in frühlingshafter Blütenpracht und mit einem Meer von Schattierungen in Grün. Wie gemacht für den fünften Lake Bluestone Cruise des Automobil Club Eschweiler, der wieder gut und gerne 280 Kilometer unfall- und pannenfrei unter die Achsen nahm. Diesmal ohne Ehrenrunden durch Gewerbe- und Industriegebiete, dafür aber wieder mit der teils freien Interpretation der ausgearbeiteten Route.  

Sechs Oldtimer und zwei neuzeitliche Produkte aus dem Hause Mercedes bildeten nicht nur eine hübsch anzusehende Kolonne, die immer wieder freundlich von den Wanderern am Wegesrand gegrüßt wurde, sondern auch einen neuen Teilnehmerrekord: 15 Mitglieder und Gäste, sowie zum ersten Mal ein vierbeiniger Freund erlebten einen genussvollen Tag. Cruising-Premiere feierte auch unser Vorsitzender Arnold Packbier, der sich mit Gattin Ingrid und seinem roten Triumph TR 6 speziell um die Gäste des Clubs kümmerte.   

Auf der Ahrterrasse des Hotels Lochmühle wartete nach der ersten Transportetappe eine lange Kaffeetafel auf die Cruiser mit bestem Blick auf die Weinberge. Der Waldparkplatz der Kapelle von Eichenbach wurde kurzerhand am frühen Nachmittag zum Picknickareal umfunktioniert: Ein Glas Rotwein, eine kräftige Frikadelle oder auch widerstandsfähige Dreitage-Brötchen zählten zu den kulinarischen Freiluft-Offenbarungen.  

Die Wertungsprüfungsstrecken rund um Fuchshofen und Effelsberg zählten sicherlich zu den Highlights der Strecke, aber auch das Urfttal rund um Kall oder die Serpentinen der ehemaligen Bergrennstrecke zwischen Schmitt und Vossenack hatten es in sich. Das Wetter spielte bis zum Schluss mit. Und während sich einige Cruiser am späten Nachmittag auf den Weg Richtung heimatlicher Garage machten, kehrten andere noch zum Fest im Schlosspark von Merode ein und gaben der dortigen Oldtimerschau noch einmal die richtige Würze.  


        

            (21.06.2009)  Durch das bergische Land


Gleich vier Premieren hielt der Cruise durch das Bergische Land für die Teilnehmer parat: 1) das Picknick (lecker, lecker) fand diesmal wirklich statt, 2) der Himmel öffnete unterwegs seine Schleusen (igitt), 3) gab es auf der Rückfahrt einen dicken Stau (gähn) und 4) kamen erstmals die neuen 4-Jahreszeiten-Cruiserjacken zum Einsatz.

Mit fünf Oldtimern und acht Cruisers hat sich mittlerweile in unserem Club ein harter Kern der „Autowanderer“ gefunden. Rund 325 Kilometer nahm die Gruppe diesmal unter die Räder und bewegte sich auf zum Teil Straßen dritter Ordnung durch die Höhenzüge und Täler des Bergischen Landes. Der erste Versuch, ein ordentliches Picknick standesgemäß auf einer gemähten Uferwiese an der Sieg zu zelebrieren, wurde von Wind und Wegen förmlich hinweggefegt und -gespült. Der zweite Versuch in den Ausläufern des Siebengebirges passte dann schon besser: Die Kühltaschen wurden geleert und eine zünftige Open-Air-Mahlzeit eingenommen.

        

            (09.08.2009)  Auf den Spuren von Römern und Germanen


Ein Dutzend faszinierende Automobile besetzt mit 20 Clubberern und Freunden des rostigen Hobbys sowie einem vierbeinigen Reisefreund trafen sich am Blausteinsee, um gemeinsam recht unbekanntes Terrain am Niederrhein zu erkunden. Erster Höhepunkt des Cruises war das Eintreffen des Konvois bei der Rheinfähre in Duisburg Walsum. Schon auf der kurzen Strecke von Rheinhausen dorthin zeigte der Niederrhein einige prägende Charakterzüge seiner Kulturlandschaft. Ehemalige Zeugnisse der Schwerindustrie ziehen die Blicke auf sich, während einige Kurven weiter bereits wunderschöne Alleenzügen die Deiche am Flusslauf zieren: Stadt, Land, Fluss muss ein Spiel sein, dass seine Wurzeln hier irgendwo zwischen Duisburg und Wesel haben muss.

Im leichten Nieselregen und im fahlen Schatten der metallerzeugenden Industrie ist die Gruppe unseres Clubs so groß, dass nicht alle Fahrzeuge gleichzeitig auf die nostalgische Rheinfähre passen. Während linksrheinisch noch die Porschefraktion auf die Überfahrt harrt, kommt es auf der anderen Seite zu einer flotten, nicht geprobten Modenschau. Zeigt her eure Hüte – und von den diversen Hutablagen und aus Untiefen bekannter Kofferräume wurden nostalgische Kopfbedeckungen für den Herrn und die Frau herausgezaubert. Ein kleines Kaleidoskop der modischen Hutmacherei Nachkriegsdeutschlands… Zurück auf die Straße: Die Rheinauen bis Wesel versprühen ihren eigenen Charme. Man merkt, Holland ist nicht weit und langsam kämpft sich die Sonne durch die grauen Wolken. Wird auch langsam Zeit, denn unser Clubsponsorkümmerer Stephan Jenneßen hat noch für eine Einladung gesorgt: Der Vogelsrather Hof in Schwalmtal wartet mit einem Grillbuffett auf uns. Andreas Ellendt hat das schmucke Anwesen vor kurzen übernommen und freut sich über die pünktliche Ankunft der Oldtimer-Wanderer. Der Parkplatz ist gut und imagefördernd gefüllt mit Porsche-, BMW-, VW- und Mercedes-Youngtimern, gut erhaltenem Blech von Triumph, Citroen, Mercedes, Opel und NSU, sowie modernen Fahrzeugen aus dem Hause Opel. 

        

            (03.10.2009)  Ein besonderer Wallfahrtsort: Stavelot


Am Tag der Deutschen Einheit rollten wieder zehn Fahrzeugbesatzungen als illustrer Konvoi durch die herbstliche Eifel- und Ardennenlandschaft. Ein bunter Mix aus neuzeitlichen Autos bis hin zu gestandenen Oldtimern aus den 50er und 60er Jahren und PS-starken Sportwagen aus Zuffenhausen zogen wie an einer Perlenkette aufgereiht ihre Bahn durch Täler und Anhöhen - meist auf eher wenig befahrenen Routen. Dabei verlangten Anstiege wie aus dem Rurtal hinauf nach Widdau und Rohren nicht nur den älteren Motoren und Getrieben alles ab – als dann auch noch Kühe in einem fahrenden „Käfig“ von der ortsansässigen Bauernschaft über die enge Straße getrieben wurden, war auch bei Fahrer und Beifahrer höchste Konzentration gefragt. In Belgien wies das Panzerdenkmal im Kreisverkehr am Camp Elsenborn nochmals deutlich in Richtung jüngerer deutscher Demokratiegeschichte. Stationen wie Sourbrodt und Robertville mit gleichnamigem See führten die Cruiser des AC Eschweiler bei windigen aber trockenen Wetterverhältnissen in Richtung Malmedy. Eine nicht geplante Umleitung sorgte nochmals für ungewohnte landschaftliche Höhepunkte, denn nun robbten sich die Cruiser quasi von hinten an das historische Stavelot heran. Auf unberührtem Kopfsteinpflaster vorbei an der altehrwürdigen Abtei mit Rennstreckenmuseum –ein kurzer Gruß musste diesmal genügen- stand ein Exkurs auf den Asphalt der historischen Formel-1-Rennstrecke Spa-Francorchamps im Bordbuch. Leicht überhöhte Kurve Stavelot, das legendäre Masta-S oder die Vollgaskurve Burnenville – wo sich jetzt unsere Cruiser genüsslich bewegten, gaben bis vor gut 40 Jahren Asse wie Jacky Stewart, Emerson Fittipaldi oder Giacomo Agostini in den Königsklassen des Motorsport alles und manchmal mehr. Das wichtige Etappenziel stellte dann die Haupttribüne an der Strecke von Francorchamps. Mit 20 Personen und einem absolut Rennlärm-resistenten Hund (Respekt!) belegten wir mit einem Picknick-Buffet locker einen kompletten Tribünenblock und schlemmten, was die Tupperschüsseln hergaben. Und als dann alle mehr als gut gesättigt waren, hätten wir kostenlos noch das komplette Fahrerlager lukullisch verwöhnen können – soviel Vorräte hatten wir noch. Für Aktion auf der Strecke sorgte derweil die niederländische Super Car Meisterschaft mit Ferrari-, Corvette-, Lister Storm- und Dodge Viper-Macht – Massenkarambolage nach dem Start in der La Source inklusive. Die Rückschleife des achten Lake Bluestone Cruise zog sich durch das Tal der Weser nach Eupen, dann über schmale Grenzsträßchen nach Roetgen und über Rott, Mulartshütte, Venwegen, Dorff zum Schlussakkord in unserem Vereinslokal „Kelche Männche“. Knapp 200 Kilometer älter wurden die Erlebnisse noch einmal bei einem kühlen Schluck vertieft.

        

            (07.11.2009)  Leckere Nachtwanderung


Zum Jahresabschluß des Lake Bluestone Cruise trafen sich 14 Automobil-WanderInnen zu einem leckeren Diner im Vogelsrather Hof in Schwalmtal. Selbst diese kleine Ausfahrt des Clubs hatte es mal wieder in sich – und das nicht nur beim leckeren Schmausen im Lokal unseres Clubsponsors Andreas Ellendt.  Die Dämmerung kroch schon langsam über den Horizont, als sich die sieben Teams am Blausteinsee gegen 16.15 Uhr in Bewegung setzten. Vom 64er Ford Mustang bis zum schönsten, was die Mercedes Designer in den vergangenen Jahren in Blech gestanzt haben, einen CLS 500, und nicht zu vergessen das luxuriöse Wohnmobil von Inge Göbbels und Dieter Grunenberg spannte sich das jahreszeitlich bedingt eher jüngere automobile Teilnehmerfeld.


        

 Zunächst hatten alle den Eindruck, dass sich in den Feldern zwischen Ederen, Gereonsweiler und Lindern die gesamte lokale Hubertus-Bruderschaft zum Auftakt der Feldhasen-Treibjagd versammelte: in vollem Ornat, mit Büchse, Hund, Hut und Treibern. Doch ist in diesem Jahr offenbar nicht der traditionelle Tarnlook modisch, sondern die eher leuchtenden Farben der Warnwesten. Jedenfalls kam der Cruise ohne Schaden durch das Jagdrevier, ehe es bei Arsbek die nächste Überraschung gab. Umleitung wegen Martinszug. Und dabei machten wir eine neue, schöne Erfahrung: mit Fackeln und Lichtern dekorierte Vorgärten und Fassaden tauchten die mittlerweile dunkeln Dorfstraßen in ein schönes, warmes Licht und versprühten eine zauberhafte Atmosphäre. 

Diese neuen Brauchtumsbilder blieben für den Cruise-Convoi nicht ohne Auswirkung. Wir haben uns nämlich anschließend prächtig verfahren. Im Dunkeln am Niederrhein sind alle Katzen grau und alle Wegweiser im Lichte eines 45jährigen Oldtimers eher zu erahnen als zu entziffern. So kam dann doch noch so etwas wie eine Prise Abenteuer in der ländlichen Zivilisation auf - mit etwas Verspätung und eher individuell parkten dann doch alle Lake Bluestone Cruiser auf dem Kies des Parkplatzes am Vogelsrather Hof. 

Zwei Pärchen hatten klug vorgesorgt: Einmal Zimmer reserviert und einmal das Wohnmobil dabei, standen den ersten Übernachtungen bei einem Cruise unseres Clubs nichts mehr im Wege. Vorher jedoch wurde ordentlich gespachtelt und, wie man hört, soll auch Alkohol getrunken worden sein!

Beim geselligen Genießen ließen ein paar animierte Bilder und ein paar Zahlen die bisherigen Cruise-Veranstaltungen noch einmal Revue passieren. 

     Das erste Jahr in Zahlen - Ein Jahresrückblick von unserem Cruise Scout Udo Freialdenhofen:


              





Zu allen Cruiser-Touren gibt weitere Fotos unter folgendem Link:

http://www.flickr.com/photos/acecruise