Rückblick über das Cruiser-Jahr 2010

        

                (Jan. 2010)  Maastricht ganz in der Hand der Alfisti 



Es hat Jahre gegeben, da fuhr ich im Cabrio mit offenem Verdeck bei frühlingshaften Temperaturen, blauem Himmel und Sonnenschein zur Oldtimermesse nach Maastricht. Das ist lange her, trotz Erderwärmung. Bei Schnee und Eis trafen sich neun Clubmitglieder und Cruiserfreunde, um sich gemeinsam in den Ausstellungshallen des Maastrichter Ausstellungs- und Kongresszentrums die Winterpause etwas zu verkürzen.

Mit Sportleiter Dieter Heinen begrüßten die Lake Bluestone Cruiser auch wieder ein Vorstandsmitglied in ihrer Runde. In Fahrgemeinschaften auf vier moderne Karossen – neun Euro Parkgebühr pro Auto liegen  deutlich jenseits aller Schamgrenzen- verteilt ging es über Vaals und Gulpen in Richtung Maastricht, was wieder einmal nicht so einfach war. Eine großräumig und eher sporadisch ausgeschilderte Umleitung vor den Toren der Maasmetropole erforderte ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Parkplatzsuche auf dem offensichtlich ziemlich überfüllten Gelände.

In der Ausstellung, an der die Wirtschaftskrise auch nicht spurlos vorbei gegangen war, dominierte das Thema „100 Jahre Alfa Romeo“. Eine ganze Reihe von seltenen Exponaten, auch aus dem Mailänder Werksmuseum, zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Nicola Larinis DTM-Meisterfahrzeug, Alfa Romeo 155, aus der jüngeren Rennsportgeschichte der Marke, ein Tipo 158 aus den Anfängen der Formel 1 (1950) oder ein Tipo 33 Stradale aus den 70er Jahren (siehe Fotos) findet man sonst selten gemeinsam an einem Fleck.

Die Anzahl der Aussteller war deutlich überschaubarer als im Vorjahr. In den Niederlanden und Belgien scheinen Peugeots aus den 70ern als Alltagsklassiker in Mode zu kommen. Einige Cabrios, Coupes und auch Kombis der Baureihen 304 und 504 standen ganz proper im Scheinwerferlicht. Beim Rundgang traf man wie üblich etliche Bekannte und sah doch einige markante Gesichter aus der grenzländischen Oldtimerszene. Auch wenn nicht alle das gesuchte Ersatzteil in den Kramkisten der fliegenden Händler fanden, machten sich nach einigen harmonischen Stunden alle Cruiser wieder zufrieden auf den Heimweg.

        

            (Apr. 2010)  Eifel & Mosel


Der automobile Frühling wurde definitiv von den Lake Bluestone Cruisern am 17. April eingeläutet: Die Sonne lachte, der Himmel war blau und fast wolkenfrei, die Temperaturen angenehm und die Karossen frisch geputzt, manche sogar poliert und scharrten mit den Hufen. Acht wunderschöne Autos besetzt mit 16 gut aufgelegten Clubberern und Freunden unseres AC Eschweiler machten sich pünktlich auf, durch die Eifel bis zur Mosel zu cruisen und dort im Moselromantikhotel Weissmühle, oberhalb von Cochem, Quartier für eine Nacht zu beziehen.

Quer durch die Nordeifel führte die Route bis kurz vor Schleiden erstmals pausiert wurde – hier öffnete sich der erste Roadster, ein moderner Nissan ZX 370 und ließ sein Mützchen fallen. Der zweite Roadster des Cruise No. 12 hört auf den weiblichen Namen „Rosemarie“, stammt aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und stand damals als Mercedes SL 190 in den Verkaufsräumen der Händler mit dem Stern. Obwohl man der „Rosemarie“ dank polnischer Blechkünstlerhilfe ihr Alter nicht ansieht, entblößte sie (Walter Schorn sei dank) ihr Oberteil erst zur Mittagsstund, als die Sonne das Quecksilber in den Thermometern deutlich nach oben schnellen ließ. Vom Ahrtal bis zu den Ausläufern der Vulkaneifel blieb der Tross ungestört zusammen. Doch kein Lake Bluestone Cruise ohne Überraschung: Ein gutes Stück führte die ausgearbeitete Route über einen Waldweg durch die viel zitierte Pampa. In ruhiger Fahrweise schaffte der Cruise es, ohne Probleme mit den örtlichen Forstbehörden zu fürchten und ohne allzu viel Staub auf zu wirbeln – da war zur gleichen Zeit in Island deutlich mehr los. Im warmen Licht der Nachmittagssonne erreichten die Cruiser das Nachtquartier Weissmühle am Ende des engen Enderttales. Die Terrasse gehörte bald der Truppe aus Eschweiler und Umgebung. Erste zarte Kontakte zu den örtlichen Winzereierzeugnissen und lokalen Backwerken wurden geknüpft und nach einer kleinen Rückzugspause folgte ein ausgiebiges Abendmahl. Nach dem Essen, das gut war, aber eine echte Weile bis auf die Teller brauchte, machte das heimische „Blausteinsee-Wasser“ die Runde – die Flasche reichte so gerade für alle. Und nicht zu vergessen: Roswitha und Richard Teich machten hier quasi ihren Honey Moon zur Silberhochzeit. Nachträglich nochmals: Herzlichen Glückwunsch und alles Gute. Nach einer, manche behaupten, viel zu kurzen Nacht, blieb beim Frühstück auch kein Auge trocken – der Formel 1-Lauf in China beherrschte die Bildschirme und ein Zeit lang das Interesse. Als Mann, der sich in der Welt auskennt, reservierte Stefan Jenneßen flugs einen Restauranttisch für die Mittagsrast in Bernkastel-Kues. Bei herrlichem Wetter folgte der Cruise dann von Cochem dem malerischen Flusslauf der Mosel – einfach schön. Während die Straßen bis Bernkastel eher wenig belebt waren, platzte das berühmte Moselstädtchen fast schon aus allen Nähten – Monschau lässt grüßen. Ein kurzer Rundgang durch die Gassen, eine schmackhafte Stärkung und schon näherte der Cruise sich dem emotionalen Höhepunkt: Im dichten Verkehr Bernkastels wurde der Tross entzweit und traf sich erst nach einer Weile und noch mehr Telefonaten auf einem Parkplatz in Richtung Wittlich. Meinungen wurden dann kurz und prägnant ausgetauscht und weiter ging die gute Fahrt über die B 421 in Richtung Heimat. Nach gut 450 Kilometern Gesamtfahrtstrecke an beiden Tagen, stoppten die Oldies Citroen CV 11, Mercedes SL 190, VW Karman Ghia, BMW 635, Ford Mustang und die jungen „Wilden“ Porsche 911 (993), Nissan ZX 370 und Mercedes E-Klasse vor der Kirche von Vicht ein letztes Mal: Es hieß, Abschied nehmen. Eine zweitägige Ausfahrt bei der neben schönen Landschaften besonders die gute Laune und der Spaß unter den Teilnehmern im Vordergrund standen, ging zu Ende. Der Chinese, der die gleichnamigen Zeichen erfand, würde sagen: Die Übung ist gelungen.


Macht’s gut,

Euer Cruise Scout Udo


        

            (Mai 2010)  Durbuy – die kleinste Stadt der Welt?    


Der 13. Lake Bluestone Cruise und dann auch am 30. Mai. Ob das gut gehen kann?

Na ja, im Rückspiegel betrachtet is et eijentlich noch ens jott jejange. Doch der Reihe nach: Bei patschnassem Wetter versammelten sich am traditionellen Startpunkt immerhin zehn Fahrzeuge mit 20 Frau und Mann Besatzung. Die errechnete Route führte erst einmal quer durch Aachen (versprochen, mach ich nie mehr) und dann ab nach Belgien. Eigentlich kein Problem: Bei dem strömenden Regen sah man allerdings kaum die Hand vor Augen, Scheiben beschlugen von innen und außen und als ob dies nicht genug gewesen wäre: In Belgien warf eine Riesenbaustelle das Roadbook dann komplett über den Haufen. Doch dank Navi erkundeten wir Wege und Sträßchen, die ich glaube, in dieser Mixtur keiner von uns mehr findet. Und als die Cruiser dachten, sie wären aus dem Gröbsten raus, kam noch flott die Organisation der Belgien-Rundfahrt der radelnden Pharmazeuten vorbei und zwang den Cruise vom rechten Weg. Zumindest erreichten wir wohl behalten und ohne Panne unser Ziel, die Stadt Durbuy, die von sich selbst behauptet, die kleinste Stadt der Welt zu sein. Dort schloss Petrus eine Zeit lang die Schleusen und die Cruiser erkundeten den „Parc des Topiaires“ mit seinen zahlreichen Buchsbaumfiguren. Ein Oldtimer war leider nicht darunter. Kurz nach Verlassen des Parks flüchtete die Gruppe in einer der urigen Pizzerien, denn Regen und Hunger trieben uns in die Gastronomie. Zum Dessert ließ sich auch mal die Sonne blicken, was den Wasserspiele in Durbuy sichtlich gut tat. Die Rückreise verlief wie weitest gehend geplant, aber Regenschauer blieben unseren treuen Wegbegleiter…

        

                (Mrz. 2010)  Zollfeste Zons & mehr


Kaum wich der lange Winter endgültig dem noch zaghaften Frühling, kaum waren die Straßen des Rheinlandes wieder konstant schneefrei, lockte die 11. Auflage des Lake Bluestone Cruise unseres Clubs wieder die Oldtimer- und Autowanderer zum Parkplatz am Blausteinsee. Vier Oldtimer und zwei neuzeitliche Produkte aus dem Hause Mercedes nahmen die gut 180 km lange Schleife im rheinischen Braunkohlenrevier in Angriff. Durch die Jülicher Börde führte die Route bis nach Bedburg und anschließend zur ersten Kaffeepause nach Schloss Paffendorf. Das Informationszentrum von RWE Power befand sich noch in verträumter und einsamer Vorsaison. Ein Blick in den schönen Schlosspark und auf die restaurierten Erker, Tore und Winkel des Wasserschlosses verbanden einige der vier Damen und sechs Herren mit dem Vorsatz, im Sommer mit mehr Zeit im Gepäck wiederzukommen. 

Vorbei an Tagebauen und Braunkohlenkraftwerken sowie Lichter’s Oldiethek (leider geschlossen) erreichte der Tross des AC Eschweiler das eigentliche Ziel der Reise, die alte Zollfeste Zons am Rhein. Gegründet irgendwann die den dunklen Zeiten des 7. Jahrhunderts, verlegte der Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden 1372 den Rheinzoll von Neuss nach Zons. Er ließ eine Befestigung durch Mauern und Gräben erbauen und die Verleihung der Stadtrechte folgte ein Jahr später. Den Kern der Festung bildete die stark umwehrte Burg, die der Verwaltung und Sicherung des Zolls diente.













Die trapezförmig angelegte Stadt umgibt eine basaltverstärkte Mauer, die sich ca. 300 m in Nord-Süd-Richtung und 250 m in West-Ost-Richtung erstreckt. An den Eckpunkten befinden sich verschieden ausgeführte Türme. Zwei öffentliche Tore führten in die Stadt: im Norden das Rheintor, durch das auch die Lake Bluestone Cruiser kamen, und im Westen das Feldtor. Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung mit intensiver Prüfung der Hochwassermarken (für die Cruiser untypisch zu Fuß!) stärkte sich die Reisegesellschaft ausgiebig, ehe sie mit der benachbarten Rheinfähre nach Monheim übersetzte.

Immer den Ufer- oder Deichstraßen folgenden, ging es bis nach Leverkusen, wo vergeblich die Rheinfähre in Hitdorf gesucht wurde – also schnell über die Autobahn der „Schääl Sik“ adieu sagen und über den Militärring in Köln in den Speckgürtel der Domstadt abtauchen. Der Pohlhof in Auweiler markierte die nächste Rast und die Ansammlung von altem Blech lockte die Dorfjugend ins Freie. Vorgebirge und die rheinische Braunkohle dann wieder auf dem Rückweg, der leider durch den fortschreitenden Tagebau Hambach zum Teil bereits abgeschnitten und nicht passierbar war. Das bedeutete dann einige Ehrenrunden durch Michael Schumachers Heimat Manheim (ich wusste gar nicht, wieviel Straßen das Kaff hat), ehe der Lake Bluestone Cruise über Düren und Langerwehe die Heimat wieder ohne Probleme und Pannen ansteuerte. Cruise Scout Udo


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            (Nov. 2010)  Kullepitter-Tour  


Der abschließende Cruise des vergangenen Jahres drehte eine Schleife durch das ehemalige Aachener Steinkohlenrevier. Gut 80 Kilometer nahmen drei Autos mit neun Cruiserinnen und Cruiser unter die stets nassen Räder, denn es schüttete wie aus Eimern während der gesamten Tour. Steinkohlehalden, ehemalige Fördertürme und die immer wieder typische Architektur der Bergbausiedlungen zogen an den Cruisern gemütlich in unendlich vielen Grautönen vorbei. Mariadorf, Zopp, Merkstein, Alsdorf, Übach-Palenberg, Setterich, Baesweiler sind für viele aus der Indestadt, bekanntlich Namensgeberin des Eschweiler Bergwerkvereins, verbunden mit dem Begriff „Kullepitter“ für die Steinkohlebergleute dort, der dem Cruise seinen Titel gab. Das Revier Eschweiler ist seit 1945, als im Krieg das

Steinkohlenbergwerk Reserve in Nothberg durch Wassereinbruch nicht

mehr zu retten war, eher der Braunkohlegewinnung zugetan.


Am Abend stand dann das Jahresabschlussessen der Lake Bluestone

Cruiser im Restaurant Cesare auf dem Programm:

Knapp 30 Freundinnen und Freunde der gepflegten Fortbewegung

trafen sich zu einem stimmungsvollen Stelldichein,

das viele lange und gut in Erinnerung behalten werden.


Weitere Fotos findet ihr auf der facebook-Seite von Vivien.

http://www.facebook.com/profile.php?id=100001737515338&ref=ts

        

            (Okt.2010)  Schmugglertour nach Luxemburg    


Ein Dutzend Old- und Youngtimer machten sich bei strahlendem Sonnenschein am 9. Oktober auf eine gut 185 Kilometer lange „Schmuggeltour“ in den nördlichsten Zipfel des luxemburgischen Herzogtums. 22 Freundinnen und Freunde der gepflegten Fortbewegung und nach langer Zeit mal wieder ein Vierbeiner namens Spike bildeten die wahrscheinlich erste „Schmugglergruppe“ in den Annalen des AC Eschweiler. Und diese gelangte zum Teil auf ganz individuellen Routen zum Ziel der Konsumwünsche.

Aber der Reihe nach: Um das allseits beliebte Kolonnenfahren für die übrigen samstäglichen Verkehrsteilnehmer etwas zu entschärfen und Rolands 911er Kurbelwelle nicht einrosten zu lassen, galt es auf der Strecke, verschiedene Treffpunkte zu finden, damit das Gruppengefühl nicht ganz auf der Strecke blieb. Aber bereits in Eupen gingen einige Separatisten ihrer Wege, die natürlich auch zielstrebig zum Einkaufs- und Tankziel in Weißwempach führten. Alle, die sich etwas näher am Roadbook orientierten, sahen sich hinter Waimes hoffnungslos den flächendeckenden, örtlichen Straßensperrungen ausgesetzt. Eine belgische Rallye hetzte durch diesen Teil Ostbelgiens und der Lake Bluestone Cruise zog eine unfreiwillige Schleife in Richtung Malmedy, ehe es dann nach ein paar Kilometern Ardennenautobahn von St. Vith aus den Berg hinauf zum preiswerten Treibstoff ging.

Nachdem alle Tanks und gefühlt noch mehr Ersatzkanister mit oktanhaltiger Flüssigkeit gefüllt waren, sich Kaffee und Tabak in Kofferräumen und Handschuhfächern quetschten, kehrten die Lake Bluestone Cruiser zum fröhlichen Mittagessen in den Seylerhof ein, der extra für uns gekocht hatte. Die Hobby-Schmuggler hatten sich viel zu erzählen, wer, wie, was und speziell wo in den Abgründen des Karosseriebaus Mitbringsel vor den Augen der Ordnungshüter zu verbergen suchte.

Wie nicht anders zu erwarten, würzten die Teilnehmer auch die Nachmittagsschleife entlang der belgischen Salm mit individueller Fahrtfindung. Am Wasserfall von Coo genossen viele noch die wärmenden Sonnenstrahlen und das bunte Treiben an und in der zauberhaften Kulisse. Ein aufregend entspannender Cruise fand sein würdiges Finale auf der Terrasse von Gut Merödgen, wo bei leckerem Kaffee und heißer Schokolade viel über den Tag und seine vielleicht bleibenden Eindrücke geplaudert wurde.

        

            (Sep. 2010)  Kloster Steinfeld


Am diesjährigen Tag des Denkmals rollte die Lawine des 15. Lake Bluestone Cruises mal wieder in Richtung Eifel. Auch diesmal begrüßte die Runde einige Cruise-Neulinge, die sich mit auf den weg zur Abtei Steinfeld machten. Natürlich stand die etwas freizügige Interpretation des Roadbooks in der Gegend von Nideggen die Hinfahrt wieder zu einem rundtouristischen Erlebnis. Die obligatorische Zwangspause des Cruiser Clans erfolgte viel beachtet auf dem großen Touristenparkplatz in Heimbach. Die Serpentinen hoch zum Kloster Maria Wald, dann das frisch asphaltierten Kurvengeschlängel runter nach Gmünd, ab durch die Sötenicher Senke (der geologische Alptraum für Generationen von Abiturienten) und rauf auf die Anhöhe von Steinfeld. Auf Parkplatz Nummer 2 zwischen Klostergemäuer und dem hiesigen Friedhof war Platz genug für alle Cruiser. Und obwohl sich der Himmel dramatisch verdunkelte, die Regenschauer drohten, die Ruhe vor dem Sturm zum Greifen nah war, deckten sich die Tische, Picknickdecken und Porsche-Heckspoiler wie von Geisterhand zum finalen Freiluft-Picknich der Saison. Um Kloster Steinfeld herum ging, zumindest metrologisch gesehen, die Welt „unter“, während die Cruiser labten. Doch hielt diese Insel der Glückseligkeit natürlich nicht ewig – der Regen prasselte auf uns nieder und verwischte unsere Spüren…Leider ging auf der Rückreise beim Anstieg von Hasenfeld Richtung Schmidt einem unserer Oldies sprichwörtlich der „Saft“ aus. Wie sich später herausstellte, hatte die Lichtmaschine ihren Dienst eingestellt und die Batterie war dann zwangsläufig auch irgendwann platt. Mit vereinten Kräften wurde der kleine Engländer dann bis zur nächsten Tanke geschleppt, ehe er dort von den gelben Engeln huckepack in duie heimatliche Garage gebracht wurde. Alle anderen Cruiserinnen und Cruiser kehrten erst einmal ein und machten die Apfelstrudelvorräte der heimischen Gastronomie wieder. Ach ja, auf der gesamten Rückreise hätte man auch Wasserski fahren können.

        

            (Juli 2010)  Strandbad Poelvennsee


„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und danichts wie ab zum Poelvennsee…“ hätte Conny Fröbes geträllert, wäre sie in den Genuss des 14. Lake Bluestone Cruise gekommen.

Ein fröhlich lockere Landstraßenpartie in das Herz des Landschaftsparks Schwalm-Nettetal mit neun Autos jüngeren und älteren Datums. Beschwingt cruiste der Tross in Richtung Niederrhein und genoß strahlende Sonne, blauen Himmel und Temperaturen, die an die 30 Grad-Marke kratzten. Ziel war das alt-ehrwürdige Familienstandbad am Poelvennsee, der als Geheimtipp unter Anglern gilt. Dort zur Mittagszeit angekommen, hieß es zuerst, alle Kofferräume leeren: Picknickkörbe, Kühlboxen, Stühle, Tische, und was der Campingzubehörhandel sonst noch alles anzubieten hatte, wurde brav ins Strandbad geschleppt. Allerdings waren wir eine knappe Viertelstunde zu früh: Erst Punkt 12 öffnet dieses wunderschöne 50er Jahre Refugium seine Pforten. Überraschender Weise wurde erst einmal kräftig getafelt.

Doch dann frönten einige Cruiserinnen und Cruiser aktiv dem Wassersport: Zur Abkühlung in die Fluten oder zur Erkundung der stillen Ufer, das Ruderboot gechartert. Oder einfach, entspannen bei anregenden Gesprächen im Liegestuhl oder ein paar Minuten innerste Einkehr – kurz: Extrem Relaxing pur.


Die Rückreise-Route hielt noch einen Stopp in alten Klostergemäuern parat. Der Überfall der 17 Cruiserinnen und Cruiser auf der Klosterkaffee-Terrasse wird der Bedienung noch lange in Erinnerung bleiben – nach unserer Stippvisite behaupten böse Zungen, hätte der Wirt das Wort „Eiskaffee“ ersatzlos von der Karte gestrichen.