Wer schon immer mal wissen wollte wie heiß seine Motorhaube wird, wie viel Luftdruck er im linken Vorderrad hat, wie weit sein Vorderrad vom Hinterrad entfernt ist, oder wer die Ausstellung „WirRheinländer“ moderiert, der hätte sich und seinen Oldtimer am 30. August  zur 20. Internationalen Oldtimer-Rallye der Oldtimerfreunde Zülpich anmelden sollen. Immerhin taten es beachtliche fast 120 Fahrer (warum hier nicht Teams steht, klären wir noch).Angesichts dieses imposanten Starterfeldes wurde der ganze Rummel vor die Tore der Stadt verlegt. Was aber durchaus seinen Reiz hatte. Nicht nur dass Platz genug vorhanden war, auch das unmittelbar nebenan liegende historische Stadttor ergab die richtige Kulisse für die ebenfalls historischen Fahrzeuge.

Der veranstaltende ADAC Ortsclub Euskirchen, dessen Unterabteilung die Oldtimerfreunde Zülpich sind, feiert dieses Jahr sein 75 jähriges Bestehen und gehört damit zu den 8 ältesten im Gau Nordrhein.

Aus Köln reisten deshalb vom ADAC die höheren Dienstgrade zum gratulieren an, der Bürgermeister von Zülpich fand auch feierliche Worte, die Startnummer 75 erhielt ihr Startgeld zurück und ein Gesandter von Petrus war wohl auch anwesend, denn das Wetter konnte besser nicht sein.

Die gesamte Fahrtroute war auf Kartenkopien rot eingezeichnet. Nur die Karte stammte wahrscheinlich aus den Gründerjahren des Vereins. Mit früheren Kreuzungen, die heute Kreisverkehre sind, kommt man ja noch ganz gut klar. Doch wenn Häuserblocks auf den ehemaligen Kreisstrassen stehen, kratzt sich manch einer am Kopf.


Ergebnisrelevant war dies nicht, denn es gab nur besetzte Kontrollen, die nicht versteckt sondern an publikumsträchtigen Stellen, oft mit Streckensprechern bestückt, standen.

Den Höhepunkt bildete dann die Mittagspause am-, und die anschließende Durchquerung des Rheinischen Freilandmuseums in- Kommern. Nein, nicht zu Fuß, der ganze Tross durfte in Schrittgeschwindigkeit das Museum befahren, selbstverständlich mit Stempelkontrolle und Vorstellung des rollenden Kulturguts.

Außer den oben erwähnten Sonderprüfungen war noch ein Geschicklichkeitsparcour, eine Rollprüfung und verkehrstechnische Fragen zu bewältigen, bevor das Ziel angesteuert wurde.

Die Auswertung wurde zügig verrichtet, und die Siegerehrung um 18:30 Uhr durch den Bürgermeister durchgeführt. Erstaunlich, denn es waren ja Kommunalwahlen. Albert Bergmann war wohl landesweit der einzigste Bürgermeister der zu dieser Stunde nicht mit seinen Parteigenossen im Rathhaus, sondern bei einer Oldtimerveranstaltung weilte.

Pokale wurden nur an die Fahrer vergeben, womit wir zum Thema Teams kommen.

Noch nicht einmal auf dem Nennformular existierte ein Feld „Beifahrer“Folglich wurden diese nützlichen und nötigen Besatzungsmitglieder nicht einmal erwähnt.Schade, denn sonst hat alles gepasst, vor allem die gute Laune und die Freundlichkeit aller an der Organisation beteiligten Personen.

Der AC-Eschweiler war durch ein Team (jetzt extra) vertreten. Der hier Berichtende durfte trotz leichtem schwächeln in den Prüfungen einen Pokal für den 3. Platz von 70 (!) Teilnehmern in der Klasse ab Baujahr 1965 entgegennehmen.

  

Dieter Grunenberg


20. Internationale Oldtimer-Rallye der Oldtimerfreunde Zülpich

30.08.2009